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Bedeutende Hap-Ki-Do Persönlichkeiten
Vorwort
Der Ursprung des Hapkido liegt unter nebulösen Wolken verborgen. Dies begründet sich u. a. durch die koreanische Mentalität. Während es für Japaner eine Ehre ist, ihre Herkunft auf große Meister zurückzuführen und sie deshalb immer detailliert ihren Stammbaum angeben, ist dieses für Koreaner nur von geringer Bedeutung. Beispielhaft hierfür bat ich einen koreanischen Großmeister, dem ich mein Interesse für die Hapkidogeschichte verdeutlichte, seinen Werdegang für eine Veröffentlichung darzustellen und er entgegnete mir nur: „Nicht an die Vergangenheit denken, an die Zukunft denken.“
Der Ursprung des Hapkido liegt unter nebulösen Wolken verborgen. Dies begründet sich u. a. durch die koreanische Mentalität. Während es für Japaner eine Ehre ist, ihre Herkunft auf große Meister zurückzuführen und sie deshalb immer detailliert ihren Stammbaum angeben, ist dieses für Koreaner nur von geringer Bedeutung. Beispielhaft hierfür bat ich einen koreanischen Großmeister, dem ich mein Interesse für die Hapkidogeschichte verdeutlichte, seinen Werdegang für eine Veröffentlichung darzustellen und er entgegnete mir nur: „Nicht an die Vergangenheit denken, an die Zukunft denken.“
Koreanische Budosportler trainieren in der Regel bis zum Dan bei einem Meister und studieren dann weiter bei anderen Meistern. Ab dem 6. Dan können sie dann eine eigene Schule gründen. Wie mir meine koreanische Sprachlehrerin sagte, haben Koreaner zudem alle den Wunsch, sich selbstständig zu machen und etwas eigenes zu schaffen, ob als Unternehmer, Handwerker oder Mudosportler. Deshalb gibt es unzählige Hapkidosysteme. Wenn also jemand bei Meister A seinen Schwarzgurt erlernt und dann bei Meister B, C und D weiter trainiert hat, gründet er ab 6. Dan eine eigene Schule, rekapituliert für sich seinen Werdegang und stellt z.B. fest: „Meister C war für mich der Wichtigste.“ Also proklamiert er ab jetzt für sich: „Ich bin Schüler von Meister C.“ Die anderen Trainer werden nicht mehr erwähnt.
Die Artikel dieser Serie sind mit meinem besten Wissen und Gewissen geschrieben, trotzdem wäre ich für etwaige Richtigstellungen dankbar. Mein besonderer Dank gilt Großmeister Dr. hist He-Young Kimm, mit dem ich lange, manchmal bis weit in die Nacht reichende Gespräche über die Hapkidogeschichte führen durfte.
Detlef Klos
Choi Yong-Sul (1904 - 1986), der Urahn des Hapkido
Eine der Persönlichkeiten, welche die Entwicklung der koreanischen Kampfkünste am meisten beeinflusst hat, ist Choi Yong-Sul. Obwohl er die von ihm ausgeübte Kunst selbst nie als Hapkido bezeichnet hat, beginnt mit ihm die Hapkidogeschichte.
Folge 2: Ji Han-Jae – Der Namensgeber
Großmeister Ji Han-Jae wurde 1936 in Andong, Korea geboren. Er begann sein Training unter Choi Yong Sul in dessen neuem Hapki Yu Kwon Sul Dojang. Ji war Student an der technischen Hochschule von Taeku und trainierte unter Choi bis 1956. Dann zog er in seine Heimatstadt An-dong zurück, wo er von einem von ihm so genannten „Taoisten Lee“ und einer Nonne, die er nur „Großmutter“ nannte, unterrichtet wurde. Er eröffnete seine erste Schule, An Mu Kwan genannt und lehrte Yu Kwon Sul an seine Schüler. Ji praktizierte seine Tritte extrem hart. Er tat Soya-bohnen in eine Socke, band sie zu und hängte sie an die Decke. Er übte dann gesprungene Pandae-Dollio-Chaggi wieder und wieder. Um seinen Fall zu polstern, benutzte er Matten aus Reisstroh.
Folge 3: Myung Kwang-Shik – Der Buchautor
Myung Kwang Shik war bereits seit seiner frühen Kindheit von den Kampfkünsten beeindruckt. 1957 begann er, Hapkido in der Ma Jang Dong Schule von Ji Han-Jae zu erlernen und erlangte bereits im Alter von zwölf Jahren den Schwarzgurt, welchen er aber aufgrund geltender Be-stimmungen erst mit vierzehn Jahren verliehen bekam. Später nahm er Unterricht bei Choi Y-ong-Sul, den er auch heute als seinen Lehrer angibt. Bereits auf der Highschool gründete er mit seinen Mitschülern Unterrichtsgruppen im Hapkido. Unterdessen nahm er selbst zusätzlich Un-terricht im Tae Kwon Do, Yudo, Kumdo und Tang Soo Do. Während seines Studiums an der Sung Kyun Kwon Universität war er bereits Lehrer im Zentraldojang des koreanischen Hapkido Verbandes. Nach seinem Universitätsabschluss machte er Hapkido zu seinem Beruf. Er wurde Lehrer in Jis Sung Mu Kwan-Schule und Cheftrainer in deren nördlichen Niederlassung. 1967 war er Mitglied des viel beachteten und hochkarätig besetzten Vorführungsteams in Vietnam. Nach der Rückkehr eröffnete er seine eigene Schule, die er Yun Mu Kwan nannte.
Folge 4: Suh In-Hyuk – Der Traditionalist
Suh In-Hyuk ist der Begründer, Großmeister und Präsident der World Kuk Sool Association und studiert die koreanischen Kampfkünste seit mehr als 50 Jahren. Die ersten Unterweisun-gen erhielt er von seinem Großvater, Suh Myung-Deuk, einem Meister am königlichen Hof. Vor seinem Tod im Jahre 1952 übergab ihm Myung fünf Bücher über seine Techniken. In den darauf folgenden acht Jahren reiste Suh In-Hyuk auf der Suche nach weiteren Aspekten über die Kampfkünste durch den fernen Osten. Dabei nahm er unter anderem Unterricht bei Choi Yong-Sul, dessen Wurftechniken ihn sehr beeinflusst haben, sowie bei dem Mönch Hai Dong Seu und Wang Tai Eui.
Folge5: Kim Sou-Bong – Der europäische Vater
Diese Folge widmet sich Kim Sou-Bong, dem ersten Hapkidolehrer, der in Deutschland lebte und Hapkido auch als erster im europäischen Umland bekannt machte.
Folge 6: Pak In Shyuk – Das Technikgenie
Großmeister Pak In-Shyuk (1938 – 1995) gehörte zu der Gruppe koreanischer Gastarbeiter, die 1965 nach Deutschland gekommen waren, um im Bergbau am Wirtschaftswunder teilzuhaben. Paks Vater war Japaner und seine Mutter Koreanerin. Sie starb früh und sein Vater trainierte ihn als kleines Kind in den Kampfkünsten; er schlug ihn heftig, wenn er einen Fehler machte. Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges ging sein Vater vermutlich nach Japan zurück. Pak wurde allein zurück gelassen, wuchs in einem Waisenhaus auf und wurde zu einem buddhistischen Mönch ausgebildet. Als er 13 oder 14 Jahre alt war traf er Choi Yong-Sul. Nach eigenen Angaben war Paks erster Trainer ein Judo-Trainer, und sein erster Schwiegervater besaß eine Brauerei. Dies lässt vermuten, dass Pak einer der frühen Yusul-Schüler Chois war, denn dessen erster Schüler in Korea war Suh Bok-Sup, ein Judoka, der eine Brauerei besaß. 1956 unterrichtete Pak bereits in Busan für Choi Yong-Sul. Dabei muss er Suh In-Hyuk kennen gelernt haben, zu dessen System er anschließend wechselte. Als er 1964 nach Deutschland kam, war er 4. Dan im Kuk Sul Won Hapkido.
Folge 7: Dr. Kimm He-Young - Der Begründer des Hanmudo
Kimm He-Young wurde 1938 in der Nähe von Seoul geboren. Im Alter von 18 Jahren hatte er ein einschneidendes Erlebnis, das sein Leben für immer verändern sollte. Sein Vater war von den drei Brüdern der benachbarten Kwon-Familie während eines Kartenspiels zusammengeschlagen worden und musste viele Monate im Krankenhaus verbringen. Im Zuge der Familienfehde war seine Familie gezwungen ihr Land aufzugeben und wegzuziehen. Unter strengem Konfuzianismus erzogen, wusste Kimm, dass es seine Aufgabe war die Ehre seines Vaters zu verteidigen. Da aber in Korea der Waffenbesitz verboten war, begann er verbissen, verschiedene Kampfsportarten zu praktizieren. Nach jahrelangem Training des Yudo und Taekwondo bei Großmeister Yun überzeugte ihn dieser durch seine Weisheit jedoch dazu, auf seine Rache zu verzichten.
Folge 8: Kim Yun Sang, Erbe von Choi Yung Sul
Kim Yun Sang, geboren 1934, übt seit 1967 Hapkido aus. Sein Trainer Chang De Do, ein Schüler Ji Han Jaes, (Folge 2) siedelte 1970 in die USA über. So verkaufte er seine Schule an seinen Schüler Kim. Während Kim jetzt selber unterrichtete, erkannte er, dass ihm die seines Ermessens geringen Technikkenntnisse nicht ausreichten. Bei einer Zusammenkunft des koreanischen Hapkido Verbandes 1973 traf er zum ersten Mal Do Ju Choi Yung Sul (Folge 1) und er entschied sich, bei diesem Unterricht zu nehmen.
Folge 9: Karl-Heinz Kickuth, Vater des NWHV
Karl-Heinz Kickuth, geboren1941, war ein typisches Kind des Ruhrgebietes. So ergriff er selbstverständlich den in der Zeit des deutschen Wirtschaftswunders lukrativen Beruf des Bergmanns. Er war sportbegeistert und hatte besonderes Interesse an den asiatischen Kampfkünsten. Schon als Jugendlicher wurde er Mitglied im Oberadener Judoclub. Im Jahre 1964 kam er an seinem Arbeitsplatz mit einigen koreanischen Gastarbeitern zusammen. In Pausengesprächen stellte sich heraus, dass auch einzelne von ihnen unter Leitung des koreanischen Kumpels Kim Sou-Bong in ihrer Unterkunft in Ickern (Castrop-Rauxel) eine asiatische Kampfsportart ausübten und so bat er, mittrainieren zu dürfen. Gemeinsam mit seinem Judopartner Klaus Stöckner begann Karl-Heinz hier das Erlernen der damals in Deutschland noch völlig unbekannten Kampfkunst mit dem Namen Hapkido.
Coppyright: Hapkido in Nordrhein-Westfalen - NWHV e.V.