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Folge 7: Waffen im Hapkido - Techniken mit Wurfmaterial
Trainingsmaterial
Techniken mit den unterschiedlichsten Wurfmaterialien beruhen auf uralten koreanischen Traditionen. Zum ersten Mal kam ich mit diesen Techniken in Berührung, als wir 1967 bei Großmeister Pak In Syuk Messerwerfen trainierten. Ich hatte sie danach gedanklich schon als altertümlich bis hin zu „Zirkusstücken“ abgetan. Doch dann musste ich bei Großmeister Ji Han Jae stundenlang Steinwerfen üben und er verblüffte mich mehrmals, indem er aus dem Handgelenk vielfach gezielt Steine auf Nervenpunkte schleuderte. Er sagte, dass er praktisch immer einige lose Geldmünzen in der Tasche habe, um gegebenenfalls diese Techniken einzusetzen.
Grundsätzlich kann in einer Selbstverteidigungssituation alles Greifbare als Wurfobjekt genutzt werden. Ein Messer, eine Axt, Teller, Tassen, Werkzeug, Sand, Kies, Steine, Münzen, Flüssigkeiten (z.B. heiße Getränke) sind nur eine kleine Anzahl an Beispielen. Im herkömmlichen Hapkido gehört das Trainieren mit Wurfobjekten zum Training der höheren Danträger. Typisch dabei sind das aus der koreanischen Geschichte entstandene Werfen von Sand, kleinen Steinen, Münzen, Messer und Nadeln, wobei die dabei angewandten Techniken gleichermaßen für alle Objekte gelten.

Sand
Sand wird in der Regel zum Blenden des Angreifers durch Schleudern in die Augen angewandt, andererseits aber auch, um den Angreifer durch das Werfen des Sandes vor die Füße und dem somit rutschenden Untergrund aus dem Gleichgewicht zu bringen. Der Sand kann sowohl mit den Händen geworfen, als auch mit den Füßen hoch gewirbelt werden.

Steine
Steine eignen sich durch ihre große Masse und dementsprechend hoher Wirkung im Ziel zum Angriff gegen vitale Punkte und können durchaus zu ernsthaften Verletzungen führen. Trainiert wird das Werfen auf Zielscheiben aus dem Stehen, dem Liegen oder dem Gehen. Wichtig hierbei sind die Würfe aus dem Liegen unter dem Aspekt, dass der Verteidiger zu Fall gekommen ist und sich zur Abwehr einen auf dem Boden liegenden Stein greift.

Münzen
Münzen werden, wie auch die Steine, einzeln oder auch zu mehreren geworfen und richten sich generell gegen vitale Ziele, wie bspw. die Augen, wobei sich jedoch jeder andere Ki-Punkt ebenso eignet. Häufig werden sie auch als Schocktechnik zur Vorbereitung auf andere Techniken angewandt, denn einige lose Münzen kann man hierzu immer in der Tasche haben. Die unterschiedlichen Wurftechniken unterscheiden sich in ihrer Anwendung nicht vom Werfen eines Steines. So kann eine mit Kraft geworfene Münze aufgrund ihrer hohen Energie in einer Holzscheibe stecken bleiben.

Teller
Teller eigenen sich bei größeren Entfernungen und treffen bei einem gezielten Wurf das Ziel mit dem Rand. Auch hier ist der bevorzugte Treffpunkt der Kopf. Die verschiedenen Wurftechniken, wie Vorhand- oder Rückhandwürfe, sieht man heute noch beim Werfen einer Frisbeescheibe und als antike Techniken finden sie deshalb noch ihre Anwendung in Selbstverteidigungssituationen.

Pfeile
Eine alte koreanische Kampftechnik ist das Werfen von spitzen Gegenständen wie Pfeile oder Nadeln, wobei die Pfeile aus Metall, aber auch als Holz oder Bambus bestanden. In der Geschichte waren sie zudem auch häufig mit Gift benetzt und da man sie verdeckt in der Hand hielt, konnten sie kontrolliert auf mittlere Entfernung eingesetzt werden. Zielpunkte dabei waren Gesicht und Augen.
Detlef Klos
Wurf in kombination mit Fallschule
Zielwerfen
Coppyright: Hapkido in Nordrhein-Westfalen - NWHV e.V.