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Ronneburg-Lehrgang
Zum vierten Mal in Folge richtete der SKV Büdesheim unter der Leitung von Jens Schimmel (2.Dan) den Ronneburg-Lehrgang aus, der vor allen Dingen dadurch bestach, dass er sowohl Kinder, als auch Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen ansprach. Nach der Verbandsgründung im Jahre 2008 fand der Lehrgang zudem zum ersten Mal im Namen des Hessischen Hapkido Verbandes (HHKDV) statt.
Am Freitagabend trafen sich die rund 90 Teilnehmer aus sechs Bundesländern und sogar drei holländische Aktive konnten begrüßt werden! Beim gemeinsamen Abendessen begrüßte Jens Schimmel die kleinen und großen Sportler herzlich, ehe er das Programm für die nachfolgenden Stunden vorgab, denn wer glaubte, dass an diesem Freitag nichts mehr geplant war, irrte gewaltig!
Bei einem Kennenlerntraining wurden neue Kontakte geknüpft, alte gepflegt und ganz nebenbei kam man mächtig ins Schwitzen. Nach einer guten Stunde tauschte rund die Hälfte der Teilnehmer die Halle gegen die Sauna. Die anderen trainierten munter weiter und wurden mit einer Massageübung am Trainingsende für ihr Durchhaltevermögen belohnt.
Anschließend wurden die Zimmer zu Ende eingerichtet. Kissen und Decken bezogen, Schränke einander zugeteilt und die Trainingskleidung ins Regal gelegt. Entgegen unserer sonstigen Gewohnheit- der Turnhallenübernachtung- bot uns das Jugendzentrum Ronneburg vier Wohnhäuser (jedes wurde übrigens nach einem Element benannt- auf Koreanisch wohl bemerkt!) mit jeweils einigen komfortablen Mehrbettzimmern.
Wer fertig war, begab sich in den Gruppenraum des Hauses „Hanol“ (Himmel), um dort sein Rittergewand mit dem koreanischen Schriftzeichen für das Element seines Hauses zu versehen. So herrschte dort bis kurz vor Mitternacht buntes Treiben, ein reges Kommen und Gehen. Gerade die jüngeren Teilnehmer legten viel Wert auf eine kreative Gestaltung des Gewands, doch auch erstaunlich viele Erwachsene wollten sich in dieser Hinsicht nicht lumpen lassen. Also wurden solange Stifte und Ratschläge ausgetauscht, bis alle Gewänder jeden koreanischen Ritter vor Neid erblassen lassen würden.
Doch ehe alle erschöpft ins Bett fallen konnten, hatte Jens eine mehr oder weniger gute Nachricht für uns: Am nächsten Morgen würde der Tag noch vor dem Frühstück mit einer Trainingseinheit beginnen - um sechs Uhr morgens.
So standen am nächsten Morgen alle mit verschlafenen Augen in der Halle, bzw. im Schwimmbad (die Gruppe wurde geteilt). Ganz langsam brachte Jens unseren Kreislauf in Schwung, forderte allerdings von Minute zu Minute mehr von uns. Nach knapp zwei Stunden waren wir erlöst und konnten uns bei einem reichhaltigen Frühstück von der Belastung zu so ungewöhnlicher Uhrzeit erholen.
Nach einer kurzen Verdauungspause ging es weiter mit dem Training. Nun - satt und wach - freuten sich alle auf die interessanten Einheiten, die vor uns lagen.
Für die Kinder standen zwei Einheiten mit Holger Becker auf dem Programm. Mit zahlreichen Übungen und Spielen, die den jungen Teilnehmern nicht nur sichtlich Spaß machten, sondern auch viele Kampfsportspezifische Fähigkeiten förderten, gestaltete er sein Training.
Währenddessen lernten die Erwachsenen ein interessantes, neues System kennen, welches von zwei auswärtigen Referenten vorgestellt wurde. Es hieß S.O.S (System Of Selfpreservation) und vermittelte einige Gedanken zur realen Selbstverteidigung auf der Straße. Nachmittags schlossen sich zwei weitere Einheiten zu diesem Thema an. Auch wenn alle überrascht waren angesichts der neuen Inhalte und auch wenn die Einheiten schließlich äußerst kontrovers diskutiert wurden, kann man letztlich sagen, dass das Ziel erreicht worden ist: Wir wurden mit einem völlig neuem System konfrontiert und dazu angeregt uns in den drei Einheiten und in den zahlreichen folgenden Gesprächen eine eigene Meinung zu bilden.
Jens Schimmel hatte sich noch eine ungewöhnliche Einheit überlegt: Ein Freund, der ihn auf seiner einmonatigen Koreareise im vergangenen Jahr begleitet hat, erteilte uns eine Stunde lang Koreanischunterricht. Wir wurden mit den Buchstaben und den grundlegenden Ausspracheweisen vertraut gemacht, lernten zudem einige alltägliche Wendungen.
Die koreanische Sprache verfolgte uns während der drei Tage ohnehin auf Schritt und Tritt: Es gab nicht nur diesem Unterricht und die koreanischen Namen für unsere Häuser, nein, wir übten uns auch im Singen koreanischer Kinderlieder! Was anfangs für skeptische Blicke sorgte, wurde spätestens am letzten Tag begeistert mitgesungen: Das Lied vom San Toggi, dem Hasen auf der Suche nach Esskastanien.
Mit Lunchpaketen ausgestattet wurde das Training am Samstagnachmittag für einige Stunden unterbrochen. Alle in unsere Rittergewande gehüllt, begaben wir uns auf die rund halbstündige Wanderung zur Ronneburg. Dort warteten vier Führer auf uns, die uns in vier Gruppen die mittelalterliche Burg nahe brachten. Besonders beeindruckend war der 96 Meter tiefe Brunnen, der ein unnachahmliches Echo widerhallte.
Während die Kinder nach dem Abendessen Freizeit hatten, fanden sich die Erwachsenen nochmals in der Halle zusammen. Eine Gruppe trainierte unter Volker Gössling, die zweite Gruppe lernte von Christoph Jung, einem Danträger aus Oberhaching/Bayern.
Auch wenn die Müdigkeit sich angesichts des langen Tages schon bei allen bemerkbar machte, war an Schlaf längst nicht zu denken. Wir versammelten uns zum großen Nachtspiel im Saal. Es galt die vier Elemente der koreanischen Flagge zu erkämpfen um Ritter Harald von der Ronneburg zu retten. Jedes Haus bildete ein Team und kämpfte fortan um sein Element. Auf dem weitläufigen Gelände waren vier Spielstationen aufgebaut, doch für jedes Haus gab es nur eine entsprechende Spielstation. Sobald man diese gefunden hatte, musste man jeweils paarweise einen Parcours überwinden, um anschließend das begehrte Stück der Flagge zu bekommen. Als alle vier Gruppen erfolgreich waren und ihre Fahnenstücke im Saal abgeliefert hatten, zog das ganze Teilnehmerfeld hinaus, um die Fahnenstücke Harald von der Ronneburg zu präsentieren, der an einem Lagerfeuer wartete. Dieser gab sich allerdings so einfach nicht zufrieden. Verschiedene Lieder, die an den vergangenen zwei Tagen eingeübt worden waren, mussten laut und einstimmig zum Besten gegeben werden. Nach einigen Anläufen gelang es- als Zeichen seiner Zufriedenheit entbrannte ein buntes Feuerwerk.
Mittlerweile war es Mitternacht geworden- nicht nur die jungen Teilnehmer konnten sich kaum noch auf den Beinen halten. Völlig erschöpft fielen zahlreiche Hapkidoin schließlich in ihre Betten. Manche allerdings, so hört man, genossen die herzliche Atmosphäre noch bis zum Schluss und trafen sich auf den Zimmern, um bei langen und sehr lustigen Gesprächen die neuen Freundschaften zu stärken.
Nichtsdestotrotz zeigte sich Jens gnadenlos: Am nächsten Morgen hieß es wieder um sechs Uhr zum Training bereitstehen. Doch mittlerweile hatte man sich an einen Zustand der Dauermüdigkeit gewöhnt, so dass man die letzte Energie zusammenkratzte, um das Training zu bestreiten.
Nach dem Frühstück ging es mit Trainingseinheiten von Volker Gössling und Jürgen Rath weiter.
Schließlich hielt Jens im Saal den Erwachsenen einen Vortrag über die Gründung des Hessischen Hapkido Verbandes, über die Entwicklung im vergangenen Jahr und über die Pläne für die nächste Zukunft.
Nach dem Mittagessen kamen wir ein letztes Mal in der Turnhalle zusammen. Alle Referenten wurden geehrt und auch alle Teilnehmer erhielten eine Urkunde. Nach dem gemeinsamen Mattenabbauen hieß es Abschied nehmen. Die Umarmungen und Versprechungen, sich möglichst bald wieder zusehen, zogen sich bis zum Parkplatz, wo es dann endgültig in die Autos steigen und abfahren hieß.
Hinter allen Teilnehmern lag ein durch und durch besonderer Lehrgang, ein erlebnisreiches Wochenende, das durch viel gutes Hapkido, aber eben bei Weitem nicht nur durch Hapkido bestach. Ein absoluter Erfolg für den Hessischen Hapkido Verband, dem man ein großes Dankeschön aussprechen muss, allen voran Jens Schimmel und den Mitgliedern seines Vereins SKV Büdesheim.
Anuscha Loza
Coppyright: Hapkido in Nordrhein-Westfalen - NWHV e.V.